Stillstand? Wir nutzen ihn!

Wie die Pandemie unseren Alltag verändert

Etwa ein Jahr ist es her, dass es plötzlich überall auf der Welt gegen die Corona-Pandemie ein erstaunliches Einheitskonzept gab. Als die internationalen mächtigen Zahnräder der Wirtschaft, Tourismus, Flugverkehrs usw. zu einem knirschenden Halt kamen, mussten auch wir in Kenia uns umstellen. Es tat weh, Mitarbeiter entlassen zu müssen, Bürozeiten zu verkürzen und sich umzustellen, dass alle offiziellen Treffen nur noch mit Masken gingen …

Während auf der „Base“ in Eldoret die Arbeiten für unsere Bauprojekte für die Base im Sudan weiterging, wurden Groß-Evangelisationen für eine Weile gestrichen – die Zukunft sah sehr ungewiss aus. Doch wir hatten uns vorgenommen, die Zeit voll auszunutzen: Es wurde Stahl gekauft, Türen und Fensterrahmen geschweißt, und wir konnten über 30 Tonnen Baumaterial trotz strengen Vorschriften nach Naliel im Südsudan schaffen. Doch dies war nicht einfach, vor allem, weil durch die COVIDSituation an der Grenze die Korruption extrem zugenommen hatte. Ohne immer wiederkehrende, lange Diskussionen mit den Behörden lief gar nichts. Uns kam der Bibelvers immer wieder in den Sinn: „Das Reich Gottes mit Gewalt voranbringen“ (Matthäus 11,12).

Einmal hing unser Leiter Jackson an der Grenze fest. Obwohl er einen Tag zuvor mit viel Baumaterial mit dem Sattelschlepper durchgefahren war, wurden ihm auf dem Rückweg alle möglichen Steine in den Weg gelegt. Ihm wurde gesagt, dass er nun 14 Tage in Quarantäne muss, wenn er nicht sofort viel Geld bezahlen würde … Nun galt es einen Anruf zu machen – und jemand Wichtiges in Nairobi zu kontaktieren. Das hat geholfen, und Jackson konnte weiterfahren.

Stand heute: Auf der Base im Südsudan ist das Gästehaus mit Konferenzraum nun fast fertig. Eines der Häuser hat acht kleinere Apartments und einen Gebets- und Konferenzraum. Diese Missionsstation, die an einem total abgelegenen Ort liegt, ist eine wunderbare Basis für die ganze Gegend. Nun haben wir 70 kleine Gemeinschaften, zerstreut in vielen Toposa-Dörfern. Über 7000 Menschen, die nun Jünger Jesu sind und 3000 die getauft wurden. Auch die DMM-Jüngerschaftsarbeit ist gut angelaufen!

Wir sind begeistert, dass es eine wunderbare Multiplikation unter den Christen gibt. Vielen Dank an alle, die es möglich gemacht haben, diese Gebäude mit aufzubauen.

Medizinische Hilfe im Südsudan

Einmal etwas ganz anderes: Ein medizinischer Einsatz im Südsudan! Zusammen mit John Finkbeiner aus Amerika und unserem Schwiegersohn Josh konnten wir dort diesen Einsatz durchführen. Dazu waren sieben Ärzte und Krankenschwestern aus Eldoret und Nairobi dabei und unser Bibelschulpraktikant Amiel (s. Seite 5). So etwas hatten sie noch nie erlebt: Ärzte aus Kenia! Die medizinische Versorgung in Naliel ist nicht gut. Es gibt nur eine ganze kleine Krankenstation, doch oft haben sie dort keine Medikamente.

Somit war es eine Gebetserhörung, dass sich dieses Team auf den Weg dorthin machte und Medikamente mitbrachten. In vielen abgelegene Dörfer konnten sie den Menschen in ihrer Not helfen. Von den schätzungsweise 500 Menschen, die behandelt werden konnten, waren sehr viele unterernährt, hatten infizierte Wunden und Lungeninfektionen. Vor allem den Kindern konnte durch eine Wurmkur geholfen werden.

Der Einsatz war auch für das kenianische Ärzteteam ein Segen, denn sie konnten die Not im Sudan persönlich erleben. Wir werden bald wieder solch einen Einsatz planen. Es ist begeisternd zu erleben, wenn Kenianer eine Bürde für die Nachbarländer bekommen und selber aktiv in der Missionsarbeit werden.